Compiz

Compiz ist ein ursprünglich von Novell entwickelter Composition- und Fenstermanager, der die OpenGL-beschleunigte X-Erweiterung AIGLX oder den mittlerweile eingestellten OpenGL-beschleunigten X-Server Xgl verwendet.

Er wird häufig genutzt, um zu demonstrieren, welche (grafischen) Möglichkeiten AIGLX und Xgl bieten und wohin Unix-Desktop-Umgebungen sich in Zukunft entwickeln könnten.

Ubuntu ist die einzige große Linux-Distribution, welche standardmäßig Compiz ausliefert (seit Ubuntu 7.10).

Versionen

Die Compiz-0.9.x-Serie stellt gegenüber den 0.8.x-Versionen ein Rewrite mit neuer API in C++ dar.

Ende 2014 gab ein Entwickler bekannt, dass er die alte Version 0.8.9 weiterentwickeln werde.

Seit 2016 gibt es unter der Bezeichnung Compiz Reloaded neue Veröffentlichungen des 0.8.x-Zweiges.

Besonderheiten von Compiz

Im Gegensatz zu reinen Composition-Managern ist Compiz nicht nur ein solcher, sondern gleichzeitig auch Fenstermanager, das heißt, er kümmert sich auch um das Zeichnen von Fensterrahmen, Titelleisten, Minimier- und Maximierschaltflächen und so weiter.

Dies ist allerdings auch bei KWin und Metacity der Fall.

Da Compiz dem ICCCM-Standard entspricht, kann es hierzu den Fenstermanager der Desktopumgebung, die auf einem entsprechenden X-Server gestartet wird (wie beispielsweise Metacity bei Gnome 2 oder KWin bei KDE Plasma Workspaces) ersetzen.

Compiz ist außerdem modular aufgebaut.

Alle Effekte, aber auch grundlegende Dinge wie die Möglichkeit, Fenster zu verschieben oder ihre Größe zu ändern, sind als Plug-ins realisiert.

Hierdurch ist Compiz leicht erweiterbar.

Compiz liefert passende Fenstermanager-Daemons derzeit für GNOME und KDE mit.

Diese sorgen für das korrekte Darstellen von Fensterrahmen, Titelleisten und ähnlichen Elementen in diesen Desktop-Umgebungen beim Einsatz von Compiz.

Compiz ist die Grundlage der Ubuntu-Benutzeroberfläche Unity und wird ab Version 4 auch durch VirtualBox unterstützt.

Konfiguration

Die Konfiguration von Compiz und seiner zahlreichen Zusatzmodule lässt sich über mehrere Werkzeuge vornehmen:

Compiz selbst bietet die Konfiguration über csm (Compiz Settings Manager).

Das Projekt Compiz Fusion entwickelt die Erweiterung ccsm (Compizconfig Settings Manager), um die Konfiguration zu vereinfachen und grafisch besser zu gestalten.

Sofern Compiz mit der Erweiterung gconf gestartet wird, lassen sich alle Einstellungen direkt über den gconf-editor vornehmen.

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