Joomla v3.9.19

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Joomla ist ein freies Content-Management-System (CMS) zur Erstellung von Webseiten.

Joomla steht unter der GNU General Public License.

Es ist in PHP geschrieben und verwendet objektorientierte Programmierung (OOP) (ab Version 1.0), Entwurfsmuster, speichert Daten in einer MySQL, Microsoft SQL Server (ab Version 2.5) oder PostgreSQL (ab Version 3.0) Datenbank und beinhaltet Funktionen wie z. B. Cache, RSS-Feeds, druckbare Versionen von Seiten, News-Flashes, Blogs, Suche und Unterstützung für die Sprachinternationalisierung.

Joomla! wurde über 100 Millionen Mal heruntergeladen.

Über 8.000 kostenlose und kommerzielle Erweiterungen sind im offiziellen Joomla! Extensions Directory verfügbar, weitere sind aus anderen Quellen verfügbar.

Zusammen mit WordPress, TYPO3 und Drupal gehört es zu den bekanntesten und meistverwendeten Open-Source-Content-Management-Systemen.

Historisch ist Joomla aus dem Open-Source-Projekt Mambo hervorgegangen.

Wesen und Zweck von Joomla

Joomla dient in erster Linie der Erstellung von Webseiten mit veränderlichen, d. h. dynamischen Inhalten, die von mehreren Personen ohne vertiefte Kenntnisse über Webseitenerstellung editiert werden können.

Dabei wird innerhalb von Joomla zwischen drei Ebenen streng unterschieden: der funktionellen Struktur, den eigentlichen Seiteninhalten und dem Layout.

Die Einrichtung der funktionellen Struktur, häufig mit dem englischen Begriff management bezeichnet, ist aufwendig und setzt profunde Kenntnisse voraus.

Sie liegt daher häufig in den Händen einer entsprechend ausgebildeten Einzelperson, die als Administrator bezeichnet wird.

Dieser muss Joomla auf einem Webserver installieren, üblicherweise einem Apache-Webserver, außerdem wird ein MySQL-Datenbank-Server benötigt.

In der Regel wird dazu ein fertiges Paket wie XAMPP heruntergeladen und auf einem lokalen Computer ein virtueller Webserver installiert.

Anschließend kann das gewünschte Joomla-Paket heruntergeladen und offline lauffähig gemacht werden.

Erst die fertig eingerichtete Webseite wird anschließend auf einen Webserver hochgeladen.

Die Seiteninhalte, auf Englisch content, können von nun an durch eine beliebig große Anzahl von Autoren über einen leicht bedienbaren Editor wie TinyMCE eingepflegt werden.

Der Editor lässt sich mittels eines Webbrowsers aufrufen, so dass die Autoren ihre Inhalte von jedem Ort mit Internetzugang eingeben können.

Über eine Benutzerverwaltung lassen sich dabei vom Administrator für jeden Autor und jeden Inhalt individuelle Zugriffs- und Schreibrechte festlegen.

Dadurch ist es möglich, dass manche Autoren beispielsweise nur die Inhalte, andere auch die zugrunde liegende funktionelle Struktur beeinflussen können.

Um die Identität der Autoren festzustellen, ist der Zugang durch ein Passwort geschützt.

Die Autoren müssen dabei – anders als bei der Erstellung von statischen Webseiten – keine Sprachen wie HTML und CSS beherrschen.

Durch den Einsatz von JavaScript sehen die Beiträge schon beim Erstellen fast genau so aus wie später im Webbrowser des Besuchers (WYSIWYG-Prinzip).

Aus den beiden erwähnten englischen Begriffen content und management leitet sich die für derartige Software übliche Bezeichnung Content-Management-System (CMS) ab.

Das Layout wird durch sogenannte Templates gestaltet, welche der Webseite unabhängig von Struktur und Inhalt ein einheitliches optisches Erscheinungsbild geben.

Die Templates können durch den Administrator einfach ausgewechselt werden, wodurch sich das Aussehen der Webseite bei gleichen Inhalten grundlegend ändert.

Da die Herstellung von Templates relativ komplex ist, werden sie in der Regel von Dritten angefertigt.

Es existieren etliche kostenlose Templates, die sich in ihrer Farbe an die Bedürfnisse des Benutzers anpassen lassen, dennoch sind sich die Erscheinungsbilder dieser Seiten im Ergebnis erkennbar ähnlich.

Es gibt auch kommerzielle Hersteller von Templates, deren individuellere Produkte aber – im Gegensatz zu Joomla – kostenpflichtig sind.

Für kleine und überschaubare Webseiten mit wenigen Unterseiten und weitgehend unveränderlichem Inhalt, die zudem nur von einer einzigen Person gewartet werden, sind Content-Management-Systeme wegen ihrer Komplexität und den höheren Anforderungen an die Server-Hardware ungeeignet.

Für solche Aufgaben ist ein Website-Baukasten oder aber ein einfaches CMS besser geeignet.

Eine abgespeckte und daher übersichtlichere Version von Joomla ist weder verfügbar noch geplant noch innerhalb des Programmes einstellbar.

Vorteile von Joomla sind:

  • Benutzerfreundliche Bedienung
  • Leicht erweiterbar durch verschiedene Komponenten, Module und Plugins
  • Flexibles und dadurch leicht modernisierbares Design
  • Valides HTML und CSS (zumindest in den Standard-Templates)

Erweiterungen

Viele Anwender haben Erweiterungen (Module und Komponenten) für Joomla erstellt, die sie der Nutzergemeinde meist kostenfrei zur Verfügung stellen – beispielsweise eine Online-Shop-Lösung mit VirtueMart.

Auf diese Weise bietet Joomla einen beachtlichen Funktionsumfang, der praktisch alle üblichen Anwendungen abdeckt.

Neben den Vorteilen haben aber gerade diese Erweiterungen in der Vergangenheit immer wieder Sicherheitsprobleme hervorgerufen, so dass der Anwender eine gewisse Vorsicht walten lassen sollte (siehe Abschnitt Sicherheit).

Zusätzlich zu den kostenfreien Erweiterungen gibt es auch einige kommerzielle Produkte für Joomla, welche jedoch lizenzrechtlich umstritten sind.

Bei den Erweiterungen unterscheidet man Plugins, Komponenten, Module und Templates: Plugins verändern den Programmcode von Joomla!, Komponenten ergänzen zusätzliche Funktionalitäten, Module zeigen Daten aus dem Joomla!-Kern oder anderen Erweiterungen an und die Templates bestimmen das Aussehen und die Seitenstruktur.

Joomla User Groups (JUGs)

Die sogenannten JUGs sind lokale Gruppen von Joomla-Benutzern und -Entwicklern, die sich regelmäßig zusammenfinden, um Informationen über Joomla auszutauschen, Projekte zu planen (z. B. Workshops) und natürlich, um sich kennenzulernen und somit die soziale Komponente von Open-Source-Software zu pflegen.

JUGs gibt es bisher (Stand März 2019) in den Städten Augsburg, Berlin, Böblingen, Dresden, Freiburg im Breisgau, Friedrichshafen, Fulda, Gifhorn, Hamburg, Hannover, Im Pott, Karlsruhe, Koblenz, Köln, Landshut, Lübeck, München, Nürnberg, Rhein Main, Sauerland, Stuttgart, Wolfenbüttel, sowie in der Schweiz und in Österreich.

Name und Logo

Der Name Joomla (englische Lautumschreibung) leitet sich von dem Wort „Jumla“ aus der Swahili-Sprache ab und kommt ursprünglich aus dem Arabischen جُمْلَة.

Es bedeutet so viel wie „das Ganze“ oder auch „als ganzes“ und betont damit die Rolle der Entwickler-Gemeinschaft (Community).

Das offizielle Logo besteht aus dem Logobild und dem Joomla-Schriftzug.

Das Logobild repräsentiert die Vereinigung der Joomla-Community.

Es setzt sich aus vier zueinander gedrehten J zusammen.

Das Joomla-Logo ist nicht copyrightfrei und darf nur unter bestimmten Bedingungen verwendet werden.

Ein Abändern des Logos ist in den meisten Fällen nicht gestattet.

Das Logo darf dann in Publikationen verwendet werden, wenn sich diese an die von Joomla vorgegebene Farbgestaltung hält.

Sicherheit

Aufgrund der Popularität und bekannter Sicherheitsprobleme werden Joomla-Installationen immer wieder zur Zielscheibe von Angriffen, insbesondere in Form sogenannter Defacements.

Laut einer IBM-Studie aus dem Jahr 2008 ist die Zahl der Sicherheitslücken bei Webapplikationen allerdings generell drastisch angestiegen, so dass prinzipiell alle Systeme von diesem Problem betroffen sind.

Im Entwicklerteam von Joomla gibt es eine spezielle Abteilung, welche sich nur um das Auffinden von Fehlern kümmert und den Namen „Bug Squad“ trägt.

Vor allem die zahlreichen Drittkomponenten verursachen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, was von Hackern ausgenutzt wird.

Einige dieser Erweiterungen benötigen sehr weitgehende Rechte auf dem Server, welche zudem meist nicht explizit aufgeführt werden.

Programmierbedingte Sicherheitsmängel sind dagegen selten und werden zudem in aller Regel recht schnell beseitigt.

Anwender können in der jeweiligen Online-Community Hilfe finden, um ihr System auf dem neuesten Stand zu halten.

Viele – vor allem private – Benutzer vernachlässigen jedoch die Pflege einer Webseite und sind sich der resultierenden Probleme nicht bewusst.

In einem separaten englischen Wiki werden grundlegende Sicherheitstipps für den sicheren Betrieb von Joomla gegeben.

Entwicklungszyklus

Joomla hat mit der Einführung von 1.6 eine neue Entwicklungsstrategie übernommen.

Grundgedanke ist die kontinuierlichere Veröffentlichung von Standard Support Release (SSR).

Dadurch sollen Nutzerwünsche schneller in den Joomla-Kern übernommen werden und live zu Gunsten zukünftiger Veröffentlichungen stabilisiert werden.

Dem schnellen Wechsel zwischen den Major Releases stehen viele Nutzer kritisch gegenüber, besonders dann, wenn aufwendige Anwendungen für eine Joomla-Webseite entwickelt wurden und der Ersteller den Kern aktualisieren muss, um aktuelle Sicherheitsupdates zu erhalten.

Am 25. April 2014 gaben die Entwickler bekannt, dass das frühere System bestehend aus unterschiedlichen LTR- (Long Term Release) und STR-Versionsschienen (Short Term Release) zugunsten eines linearen Versionszyklus aufgegeben werden soll.

Die erste Veröffentlichung nach dieser Umstellung war die Version 3.3.1.

Community

Joomla hat eine offizielle und viele inoffizielle Communitys.

Das offizielle Joomla-Forum umfasste im April 2019 mehr als 3,2 Millionen Beiträge von über 730.000 registrierten Mitgliedern.

Inoffizielle Websites werden in vielen Sprachen veröffentlicht, meist mit Joomla-Erweiterungen, die regionsspezifisch sind.

Bidirektionale Textunterstützung für Hebräisch und Arabisch zum Beispiel finden sich häufig in Community-Portalen von Drittanbietern.

Inoffizielle Web-Entwickler programmieren ebenfalls Erweiterungen und Templates für den kommerziellen Vertrieb und bieten individuelle Anpassungsdienste auf Freelance-Basis an.

Gewöhnlicherweise wird ein Template in einer Zip-Datei veröffentlicht, die mit Hilfe des integrierten Joomla-Installationsprogrammes installiert werden kann.

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