WordPress v5.4.2

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WordPress ist ein freies Content-Management-System. Es wurde ab 2003 von Matthew Mullenweg als Software für Weblogs programmiert und wird als Open-Source-Projekt ständig weiterentwickelt.

WordPress ist das am weitesten verbreitete System zum Betrieb von Webseiten mit ca. 50 % Anteil an allen CMS bzw. 32 % Anteil aller Websites.

In WordPress kann jeder Beitrag frei erstellbaren Kategorien zugewiesen werden, Navigationselemente werden automatisch passend erzeugt.

Weiter bietet das System Leserkommentare mit der Möglichkeit, diese vor der Veröffentlichung erst zu prüfen, eine Verwaltung der Benutzerrollen und -rechte und die Möglichkeit externer Plug-ins, womit WordPress in Richtung eines vollwertigen CMS ausgebaut werden kann.

WordPress basiert auf der Skriptsprache PHP (empfohlen wird PHP 7 oder höher) und benötigt eine MySQL- oder MariaDB-Datenbank.

Es ist eine freie Software, die unter der GNU General Public License (GPLv2) lizenziert wurde.

Laut Aussage der Entwickler legt das System besonderen Wert auf Webstandards, Eleganz, Benutzerfreundlichkeit und leichte Anpassbarkeit.

WordPress entstand auf Basis der Software b2. Die aktuelle WordPress-Version 5.4 Adderley erschien am 31. März 2020.

Funktionen

Die „5-Minuten-Installation“

Vom Herunterladen des Pakets mit dem Quellcode bis zum fertigen Blog werden nach Entwicklerangaben weniger als fünf Minuten benötigt.

Die Einrichtung erfolgt über einen Webbrowser und erfordert über das Erstellen der Datenbank hinaus keine Administrationskenntnisse.

Grundlegende Funktionen

WordPress unterstützt das Erstellen und Verwalten von Blog-Artikeln.

Die einzelnen Artikel können in verschiedene Kategorien eingeordnet werden.

Außerdem können einem Artikel Tags und weitere selbst definierte Taxonomien (mittels „Custom Taxonomies“) und Metadaten (mittels „benutzerdefinierter Felder“) zugeordnet werden.

Die Blog-Beiträge werden neben der normalen Darstellung als Webseite den Lesern auch über Web-Feeds in den Protokollen RSS 2.0, RSS 0.92, RDF 1.0 und Atom 0.3 angeboten.

Neben Artikeln können mit WordPress auch statische Seiten außerhalb der Blog-Hierarchie erstellt und verwaltet werden.

Ab der Version 2.6 wird zudem die Versionierung von Artikeln und Seiten unterstützt.

Weiterhin kann WordPress Kommentareinträge und Links verwalten.

Es existiert ein einfaches Redaktionssystem mit fünf Benutzerrollen (Administrator, Redakteur, Autor, Mitarbeiter, Leser), eine Mediengalerie, über die man Daten hochladen kann, und eine integrierte Volltext-Suche.

Außerdem ist standardmäßig TinyMCE als Texteditor aktiviert.

Im Dezember 2018 wurde TinyMCE allerdings durch WordPress Gutenberg ersetzt.

Der WYSIWYG-Editor ist für Versionen ab 4.x als Plug-in downloadbar und ist in der neuen WordPress-Version 5.0 fest integriert.

Mit dem neuen Editor müssen Nutzer keine CSS- oder HTML-Kenntnisse mehr besitzen, um Websites zu gestalten.

Plug-ins

Mit Hilfe von Plug-ins kann WordPress um diverse Funktionen erweitert werden.

Alle diese Erweiterungen lassen sich mittels des eingebauten Code-Editors bearbeiten.

Insgesamt sind im Oktober 2019 im Plug-in-Verzeichnis rund 55.000 freie Plug-ins verfügbar.

Es gibt beispielsweise Plug-ins, die die Verwendung anderer Anmeldeverfahren wie LDAP, OpenID oder Shibboleth ermöglichen, den eigenen Blog mit Twitter verbinden oder WordPress um eine Statistik-Funktion erweitern.

Automattic bietet zudem Plug-ins, die eine Verbindung mit den anderen hauseigenen Projekten wie der Forensoftware namens bbPress oder Services wie dem Anti-Spam-Dienst Akismet ermöglichen.

Themes

Das Aussehen einer Webseite wird in WordPress durch Themes festgelegt.

So werden Design und Programmkern von WordPress getrennt, wodurch individuelle Designs entwickelt werden können, ohne mit der Programmierung der Software an sich vertraut zu sein.

Allerdings ist es in WordPress auch möglich, diverse Funktionen direkt in ein Theme zu programmieren, wodurch diese Trennung teilweise wieder aufgehoben werden kann.

Die meisten Themes bestehen aus PHP-Funktionen, HTML-Code sowie CSS-Dateien und haben einen grundlegend gleichen Aufbau.

Daher gibt es von einigen Entwicklern spezielle Themes, die bereits alle notwendigen Elemente beinhalten und somit die Entwicklung eines eigenen Themes vereinfachen.

Themes können ebenso wie Plug-ins im Editor des Grundsystems bearbeitet werden, ab Version 4.9 wird dabei Syntaxhervorhebung und ein Speichern von Entwürfen unterstützt.

Von Version 1.5 bis 3.0 war das voreingestellte Theme Kubrick (benannt nach Regisseur Stanley Kubrick).

Ab Version 3.0 verwendet WordPress standardmäßig das neue Theme Twenty Ten (dt. 2010), die bisher enthaltenen Themes Classic und Default (Kubrick) sind nur noch separat erhältlich.

In den Jahren 2011 bis 2017 kamen die Standard-Themes Twenty Eleven, Twenty Twelve, Twenty Thirteen, Twenty Fourteen, Twenty Fifteen, Twenty Sixteen und Twenty Seventeen hinzu, jeweils benannt nach dem Jahr der Veröffentlichung.

Auf den Websites der Entwickler und über den eingebauten Theme-Browser sind zudem viele weitere Themes für WordPress verfügbar.

Themes fallen genauso wie WordPress selbst unter die GPL.

Sowohl bei den Themes als auch bei den Plug-ins gibt es kostenlose und kostenpflichtige Angebote.

Kostenlose Themes durchlaufen, sofern sie über das WordPress-Repository installierbar sind, einen Freigabe-Prozess durch verifizierte WordPress-Entwickler.

Kostenpflichtige Themes sind hingegen nur bei Drittanbietern erhältlich und bieten häufig Zusatzfunktionen, die mit kostenlosen Themes nicht mitgeliefert werden.

Um WordPress nutzen zu können, bedarf es mindestens eines installierten Themes.

Im Mai 2012 wurde von dem WordPress-Entwickler Brad Touesnard ein inoffizieller App Store eingerichtet.

Dieser ermöglicht Nutzern, über eine zentrale Anlaufstelle nicht frei verfügbare Plug-ins, sogenannte Premium Themes, zu beziehen.

Child Themes

WordPress bietet die Möglichkeit, mit Hilfe von Child Themes das Design sowie die Funktionalität eines bereits installierten Themes (genannt Parent Theme) anzupassen und zu erweitern, ohne die Update-Sicherheit zu gefährden.

Ein Child Theme ersetzt dabei einzelne Codeteile des Parent Themes.

Diese Änderungen werden separat gespeichert und bei Updates des Parent Themes nicht überschrieben.

WordPress µ

Das Projekt WordPress µ (µ = mu, hier als Abkürzung für Multiuser genutzt) entstand, um die Möglichkeit zu bieten, Weblogs mandantenfähig zu hosten und damit einen Weblog-Dienst einzurichten.

WordPress-µ-Versionen basierten jeweils auf der aktuellen WordPress-Version und erschienen meist zeitnah zu dieser.

Das Projekt wurde ebenfalls von Automattic koordiniert.

Seit WordPress 3.0 ist µ unter dem Namen Multisite ein fester Bestandteil der Blog-Software.

Es wird daher nicht mehr als gesondertes Projekt geführt.

BuddyPress

BuddyPress ist ein Plug-in für WordPress (ursprünglich nur für WordPress µ), das das Blog-System in ein kleines soziales Netzwerk verwandelt.

Die aktuelle Version ist 4.3.0 vom 25. April 2019.

WordPress für Mobilgeräte

Für Betriebssysteme verschiedener Mobilgeräte (derzeit iOS, Android, Windows Phone, Blackberry OS, Symbian, HP webOS) werden Applikationen angeboten, die den mobilen Zugriff auf WordPress.com-Blogs und WordPress-Blogs ab Version 2.7 ermöglichen.

Diese bieten unter anderem die Möglichkeit, Beiträge lokal zu bearbeiten sowie Bilder und Videos hochzuladen.

Kritik

DE-Edition

Die Integration des Plug-ins „LinkLift“, das Textlinks zum Zwecke der Suchmaschinenoptimierung durch Aktivierung des Benutzers in die inoffizielle deutsche Version 2.3 einband, löste Diskussionen unter Nutzern aus.

Als Reaktion darauf wurde das Plug-in ab dem 1. Oktober 2007 nicht mehr mit ausgeliefert.

Lange Zeit gab es zudem für WordPress im deutschsprachigen Raum mehrere Sprachdateien: Eine von WordPress.org und zwei von WordPress Deutschland (eine „Du“- und eine „Sie“-Version).

Da die Sprachdateien das gleiche Länderkürzel nutzten, kam es mit der Einführung der automatischen Aktualisierungsfunktion mit WordPress 2.7 zu diversen Problemen.

Mit der Folgeversion 2.8 und der Zusammenlegung der deutschen Sprachversionen wurde dies behoben.

Mehrsprachigkeit

WordPress bietet keine native Unterstützung für mehrsprachige Webseiten.

Zwar bieten Plug-ins die Möglichkeit, mehrsprachigen Inhalt zu verwalten, jedoch beziehen sich diese meist nur auf einzelne Postings und nicht auf alle verfügbaren Elemente.

Alternativ ist es möglich, die Multi-Site-Funktion von WordPress ab Version 3.0 zu nutzen und damit für jede Sprache ein eigenes Blog zu erstellen.

Speicherverbrauch

In Version 2.8 ist der Speicherverbrauch verglichen mit den Vorgängerversionen vor allem auf 64-Bit-Systemen stark angestiegen.

Standardmäßig werden heute erfahrungsgemäß mindestens 128 MB RAM benötigt.

Mit Version 3.2 wurde die Code-Menge reduziert und an der Performance gearbeitet.

Programmierschnittstelle (API)

Besonders bei der Entwicklung von Skins (bei WordPress Themes genannt) bemängeln Entwickler das uneinheitliche API.

So existieren redundante oder nahezu gleichlautende Funktionen.

Globale Variablen werden benutzt und objektorientierte mit prozeduraler Programmierung vermischt.

Außerdem geben einige Funktionen Werte direkt auf dem Bildschirm aus, andere geben sie lediglich zurück.

Datenschutz

Werden Webfonts von externen Servern eingebunden, anstatt sie auf dem eigenen Webserver abzulegen, entsteht ein Datenschutzproblem: Besucher eines Webservers im EU-Gebiet erwarten mit Recht, dass die Datenschutz-Grundverordnung beachtet wird.

Wenn aber Webfonts direkt z. B. von Google Fonts eingebunden werden, können bei jedem Besuch der Website Datenspuren außerhalb der EU entstehen.

Weil das in WordPress die Voreinstellung ist, wurden WordPress und Google bei den Big Brother Awards 2017 tadelnd erwähnt.

Um solche Probleme zu vermeiden, gibt es zahlreiche Plugins, die dies wirksam unterbinden.

Gutenberg

Mit Version 5.0 von WordPress hielt ein neuer Editor mit dem Namen Gutenberg Einzug, was von vielen Mitgliedern der Community kritisiert wurde.

Der „Block Editor“ Gutenberg ersetzt dabei den Editor TinyMCE, der vorher von WordPress genutzt wurde, was Probleme mit Themes und Plug-ins (hier insbesondere PageBuilder) mit sich bringt, solange diese noch nicht an die neue Basis angepasst worden sind.

Auch wurde die Veröffentlichungs- und Informationspolitik der WordPress Foundation kritisiert, da die Veröffentlichung von WordPress 5.0 mehrfach verschoben wurde und es bis zum Release kaum eingehendere Informationen zu Gutenberg gab.

Dies hat sich mittlerweile durch (inoffizielle) Projekte geändert.

TinyMCE bleibt als das Plugin „Classic Editor“ mindestens bis 2022 verfügbar.

Ist es installiert und aktiviert, ersetzt es den neuen Block Editor vollständig und stellt die alte Bedienoberfläche zum Bearbeiten von Beiträgen und Seiten wieder her.

Beim Wechsel zwischen den beiden Editoren ist jedoch darauf zu achten, dass Gutenberg nicht vollständig abwärtskompatibel zum Classic Editor ist.

Man sollte sich für die Arbeit bei einer WordPress-Installation also für einen der beiden Editoren entscheiden.

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