Zotero — Zotero ist ein kostenloses, benutzerfreundliches Tool, mit dessen Hilfe Sie Recherchen sammeln, organisieren, zitieren und freigeben können.

Zotero ist ein freies, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm zum Sammeln, Verwalten und Zitieren unterschiedlicher Online- und Offline-Quellen. Zotero unterstützt die Bearbeitung von bibliografischen Angaben und Literaturlisten, besonders in wissenschaftlichen Publikationen.

Das Programm wurde ursprünglich als Erweiterung für den Webbrowser Mozilla Firefox entwickelt. Die Literaturdatenbank erschien damit in einem Browserfenster. Ab 2011 stand Zotero zudem in einer eigenständigen Version (Standalone) zur Verfügung. Mit der im Juli 2017 veröffentlichten Version 5 besteht Zotero nur noch als eigenständiges Programm, das vom Webbrowser Firefox unabhängig ist. Als plattformunabhängiges Programm läuft es unter Microsoft Windows ebenso wie unter Linux, MacOS und anderen Betriebssystemen.

Die Software wird vom Roy Rosenzweig Center for History and New Media der George Mason University sowie freien Programmierern entwickelt. Der Name Zotero leitet sich vom albanischen Wort zotëroj („etwas schnell erfassen, bewältigen“) her.

Funktionen

Bibliographische Daten sammeln

Mit Zotero lässt sich eine Datenbank bibliographischer Angaben erstellen, vergleichbar einem privaten Bibliothekskatalog. Nicht nur Bücher und Aufsätze, sondern auch Webseiten, Filme, juristische Texte, Manuskripte, Vorträge, Interviews und andere Quellen können dabei mit jeweils quellenspezifischen Angaben aufgenommen werden. Die Daten können manuell eingegeben oder automatisch aus dem Internet in die Datenbank geladen werden. Dazu untersucht das Programm die vom Benutzer gerade betrachteten Webseiten wie digitale Bibliotheken, Online-Bibliothekskataloge (OPAC), Google Scholar oder Online-Buchhändler wie Amazon.com auf bibliografische Informationen und speichert diese per Mausklick in einer lokalen Datenbank. Handelt es sich um einen Volltext, der online abrufbar ist, wie einen Aufsatz oder ein E-Book, kann Zotero eine lokale Kopie davon anlegen. Diese Internetfunktionen kann man mithilfe eines Connectors für Mozilla Firefox, Apple Safari (bis Version 11), Google Chrome und Opera nutzen, der in diesen Browsern als Plug-in (Add-on, Extension) zu installieren ist.

Zur Identifizierung und Übersetzung der Metadaten verwendet das Programm eigene Parser (in der Dokumentation Translator genannt), aber auch offene Standards wie unAPI und COinS. Mit diesem Standard können auch Literaturangaben aus Wikipedia übernommen werden, sofern sie mit der Literaturvorlage im MediaWiki-Quelltext ausgezeichnet sind. Darüber hinaus importiert und exportiert Zotero verschiedene Metadatenformate, darunter BibTeX, EndNote, MODS und RIS.

Ebenfalls ist es möglich nur mit der Angabe einer ISBN, DOI oder PMID einen neuen Eintrag zu erstellen, bei dem die fehlenden bibliographischen Informationen automatisch ergänzt werden. Zudem können auch einzelne PDF-Dateien in Zotero abgelegt werden. Die entsprechenden Metadaten werden aus der Datei ermittelt. Seit Oktober 2018 nutzt Zotero das Projekt Unpaywall, um rechtmäßige freie Veröffentlichungen von PDFs zu ermitteln, wenn die Literaturverwaltung auf eine Bezahlschranke stößt, die das direkte Herunterladen verhindert.

Bibliographien verwalten und Daten verknüpfen

Die Einträge in der Datenbank können um Schlagwörter (Tags), Notizen und weitere Metadaten, Querverweise zwischen Quellen sowie um sonstige beliebige Dateien im Anhang ergänzt werden. Außerdem ist es möglich, die Datenbank mit einem Cloudserver eigener Wahl zu synchronisieren. Der von Zotero bereitgestellte Internetspeicher (Zotero Storage) ist für Datenbankeinträge unbegrenzt kostenlos; für gespeicherte Dateien ist der Speicherplatz bis zu einem Umfang von 300 MB kostenfrei. Die Synchronisierung der Datenbank ermöglicht die problemlose Nutzung von Zotero auf verschiedenen Geräten sowie die Zusammenarbeit in Teams (Groups). Die Teambibliothek kann als öffentlich oder nur privat zugänglich mit verschiedenen Nutzerrechten angelegt werden. Benutzer und Teams können sich auf einer Homepage präsentieren, Literaturverzeichnisse öffentlich zugänglich machen, Publikationslisten anlegen und veröffentlichen (ab Version 5.0) und sich miteinander vernetzen (follow).

Literaturangaben automatisieren

Zotero gibt Literaturangaben in Fußnoten, Endnoten oder Fließtextzitaten sowie Literaturlisten in verschiedenen Zitationsstilen aus. Die Übernahme der Daten in die Textverarbeitung kann entweder per Drag and Drop von Zotero in das Editorfenster oder über ein Plug-in erfolgen, das für die Programme Microsoft Word und LibreOffice Writer bereitsteht. Seit Oktober 2018 gibt auch eine Integration für Google Docs; der Zotero-Connector für Google Chrome und Firefox fügt dem Auswahlmenü in Google Docs ein Zotero-Menü hinzu. Wird das Plug-in verwendet, legt Zotero in der Textverarbeitungsdatei Felder bzw. Bookmarks an, in denen Codes auf die entsprechenden Datenbankeinträge verweisen. Die eingefügten Literaturangaben werden automatisch umformatiert, sobald ein anderer Zitationsstil in den Einstellungen gewählt wird. Wird später im Text noch einmal auf dieselbe Quelle verwiesen, legt Zotero – abhängig vom Zitationsstil – zum Beispiel automatisch eine abgekürzte Literaturangabe oder einen „ebd.“-Verweis an. Auch das Literaturverzeichnis wird automatisch ergänzt, formatiert und sortiert.

Es steht eine umfangreiche Sammlung von Zitationsstilen zur Verfügung, die problemlos installiert und sofort verwendet werden können. So ist es möglich, die Zitierweise sehr vieler, auch deutschsprachiger Fachzeitschriften unmittelbar beim Export der Belege aus Zotero umzusetzen. Einige Stile sind für eine bestimmte Sprache programmiert, in anderen lässt sich die Sprache (Locale) einstellen, so dass zum Beispiel ein Standardstil wie der des Chicago Manual of Style auch in deutschen oder anderssprachigen Texten verwendet werden kann.

Erweiterungen

Wird ein spezieller Stil zum Beispiel für eine bestimmte Fachzeitschrift benötigt, der nicht im Verzeichnis vorhanden ist, kann über ein Internetforum das Programmieren des Stilcodes angefragt werden. Es ist ebenso möglich, einen bestehenden Stil für eigene Zwecke zu verändern oder selbständig neue Stile zu codieren. Dazu sind Grundkenntnisse in der Citation Style Language erforderlich; einfache Änderungen sind über einen graphischen Editor möglich.

Neben Zitationsstilen können Benutzer und Softwareentwickler beispielsweise auch weitere Parser hinzufügen, um bibliographische Daten von bisher nicht erfassten Webseiten herunterzuladen. Darüber hinaus kann man sich an der Entwicklung dieser freien und quelloffenen Software beteiligen, etwa an der Softwaredokumentation mitschreiben, in Foren die Entwicklung des Programms diskutieren sowie sich an der Übersetzung bis hin zum Programmieren beteiligen. Zotero ist zudem offen für verschiedenste Erweiterungen (Plug-ins), von denen einige über die offizielle Seite zugänglich sind.

Mobile Betriebssysteme

Seit einiger Zeit wird die Entwicklung von Zotero-Clients für mobile Betriebssysteme vorangetrieben. Mittlerweile existiert das Zotero Bookmarklet, das von Browsern auf mobilen Geräten bibliographische Daten direkt in die eigene Datenbank speichert.

Ferner existieren jeweils mehrere, nicht offiziell von Zotero entwickelte Apps für iOS (z. B. BibUp, PaperShip) und Android (z. B. Zandy, Zed Lite) sowie plattformübergreifende Apps (z. B. BrowZine).

Für das betriebssystemunabhängige Zotfile fand ein Fundraising statt; auch die Entwicklung einer kostenlosen App für Android sollte mittels Crowdfunding finanziert werden.

Kontroversen

Am 4. Juni 2009 wurde eine Klage von Thomson Reuters abgewiesen, in der dem Zotero-Projekt bei der Implementierung des Formats der Literaturverwaltung EndNote Reverse Engineering vorgeworfen worden war.

Weblinks

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